Geschäftsbericht 2019

Geschäftsjahr 2019

Rückblick von Karin Zahnd Cadoux, Präsidentin des Verwaltungsrates, und Bruno Stiegeler, Vorsitzender der Geschäftsleitung

«2020 wollen wir unser Profil als bodenständige Genossenschaftsbank schärfen, die mit ihrer Ausrichtung auf Privat- und Geschäftskunden den Schweizer Mittelstand stärkt.»

Karin Zahnd Cadoux und Bruno Stiegeler


Das Wichtigste vorweg: Unsere rein schweizerische Genossenschaftsbank ist gesund und ausgezeichnet kapitalisiert; die regulatorischen Anforderungen übertreffen wir bei Weitem. Mit einem Gewinn von 14,2 Millionen Franken haben wir das Vorjahresergebnis gesteigert. Kreditvolumen und Kundengelder konnten zulegen, das Handelsergebnis war stark. Die Bilanzsumme erreichte ein neues Rekordniveau von 5,53 Milliarden Franken. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung eine unverändert attraktive Dividende von 10.25 Franken pro Stammanteil vor. Basierend auf dem Schlusskurs von 2019 entspricht dies einer Rendite von 2,8 Prozent. Der VR untermauert so seine nachhaltige Ausschüttungspolitik.

Kostenbewusstsein im Fokus
Trotz des guten Abschlusses 2019 ist unser operatives Ergebnis nicht zufriedenstellend. Dies hängt mit dem Marktumfeld, den schwindenden Margen im ganzen Bankensektor und natürlich auch mit dem schleppenden WIR-Geschäft zusammen. Wie bereits in früheren Jahren hat deshalb kostenbewusstes Handeln für uns weiterhin höchste Priorität.

Sparen und Vorsorgen
Alle Spar- und Vorsorgeprodukte legten 2019 zu – das ist sehr erfreulich. Die erste volldigitale Säule-3a-Wertschriftenlösung VIAC sowie die attraktiven Konditionen, die wir unseren Kunden im Bereich Sparen und Vorsorgen anbieten, haben massgeblich zu diesem Resultat beigetragen. Es ist – im Einklang mit unserer Strategie – weiterhin unser Ziel, dass die WIR Bank in allen Zinsvergleichen immer Top-Positionen einnimmt.

Die VIAC-Vorsorgelösung befindet sich weiter auf der Überholspur: Per Ende 2019 verzeichnete das Produkt bereits rund 20 000 Kunden und ein verwaltetes Vermögen von über 300 Millionen Franken. 2020 ist die Ausweitung auf unsere Freizügigkeitsstiftung der zweiten Säule geplant.

WIR ist wertvoll für die KMU
Mit der Entwicklung unserer Komplementärwährung WIR sind wir nicht zufrieden – das geben wir offen zu. Seit einigen Jahren leidet das WIR-System unter dem Zinsumfeld; tiefe oder gar negative Zinsen haben den Vorteil von günstigen WIR-Finanzierungen weitestgehend eliminiert. Zudem sind die Auftragsbücher der KMU gut gefüllt. Die Folge: WIR rückt als zusätzliche Umsatz- und Ertragsquelle in den Hintergrund. Doch wir sind davon überzeugt, dass die Nachfrage nach WIR zunehmen wird – spätestens dann, wenn die Wirtschaft stockt.

Das WIR-System ist eine Art Verteidigungslinie gegenüber grossen in- und ausländischen Konzernen. Gerade Jungunternehmerinnen und -unternehmer in unserem Land interessieren sich vermehrt für nachhaltige, rein schweizerische Lösungen zur KMU-Förderung. Unser starkes, in der Schweiz verankertes KMU-Netzwerk mit seinen modernen digitalen Instrumenten erfüllt diese Ansprüche voll und ganz. WIR ist wertvoll für die KMU – und genau deshalb halten wir an unserer Komplementärwährung fest.

WIR Bank – für Privat- und Geschäftskunden in der Schweiz
2020 wollen wir unser Profil als bodenständige Genossenschaftsbank schärfen, die mit ihrer Ausrichtung auf Privat- und Geschäftskunden den Schweizer Mittelstand stärkt. Wir wollen als Bank wahrgenommen werden, die Bankprodukte und innovative Lösungen basierend auf zuverlässigen Dienstleistungen und Partnerschaften, Spar- und Vorsorgelösungen zu Top-Konditionen, Finanzierungsangebote sowie ein KMU-Netzwerk mit eigener Komplementärwährung bietet. Letzteres schafft Chancen für die Unternehmen für mehr Kunden, Umsatz und Ertrag. Unsere Kundinnen und Kunden sollen das gute Gefühl haben, ihr Geld einer Bank anzuvertrauen, der eines wichtig ist: der Wohlstand des Mittelstandes. Damit meinen wir konkret: zufriedene Spar- und Vorsorgekunden dank unserer Top-Zinsen und die Förderung der KMU in der Schweiz via das WIR-Netzwerk.

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