Geschäftsbericht 2019

Offenlegung Eigenmittel, Liquidität und Zinsänderungsrisiken

Grundlegende regulatorische Kennzahlen
BerichtsjahrVorjahr
Anrechenbare Eigenmittel (CHF)
Hartes Kernkapital (CET1)451 942444 698
Kernkapital (T1)451 942444 698
Gesamtkapital total542 185513 729
Risikogewichtete Positionen (RWA) (CHF)
RWA3 367 3663 354 350
Mindesteigenmittel (CHF)269 389268 348
Risikobasierte Kapitalquoten (in % der RWA)
CET1-Quote (%)13,42%13,26%
Kernkapitalquote (%)13,42%13,26%
Gesamtkapitalquote (%)16,10%15,32%
CET1-Pufferanforderungen (in % der RWA)
Eigenmittelpuffer nach Basler Mindeststandards (2,5% ab 2019) (%)2,50%1,88%
Gesamte Pufferanforderungen nach Basler Mindeststandards in CET1-Qualität (%)2,50%1,88%
Verfügbares CET1 zur Deckung der Pufferanforderungen nach Basler Mindeststandards (nach Abzug von CET1 zur Deckung der Mindestanforderungen und ggf. zur Deckung von TLAC-Anforderungen) (%)7,42%7,26%
Kapitalzielquoten nach Anhang 8 ERV (in % der RWA)
Eigenmittelpuffer gemäss Anhang 8 ERV (%)3,20%3,20%
Antizyklische Puffer (Art. 44 und 44a ERV) (%)0,78%0,78%
CET1-Zielquote (in %) gemäss Anhang 8 ERV zzgl. antizyklischer Puffer nach Art. 44 und 44a ERV8,18%8,18%
T1-Zielquote (in %) gemäss Anhang 8 ERV zzgl. antizyklischer Puffer nach Art. 44 und 44a ERV9,78%9,78%
Gesamtkapital-Zielquote (in %) gemäss Anhang 8 ERV zzgl. antizyklischer Puffer nach Art. 44 und 44a ERV11,98%11,98%
Basel III Leverage Ratio
Gesamtengagement (CHF)5 563 8785 312 876
Basel III Leverage Ratio (Kernkapital in % des Gesamtengagements)8,12%8,36%
Quote für kurzfristige Liquidität LCR164,51%122,44%
Durchschnitt 1. Quartal128,26%110,20%
Durchschnitt 2. Quartal198,94%119,04%
Durchschnitt 3. Quartal170,28%136,08%
Durchschnitt 4. Quartal173,03%127,53%
Qualitativ hochwertige liquide Aktiva (HQLA)261 244246 868
Durchschnitt 1. Quartal232 699257 381
Durchschnitt 2. Quartal239 361237 571
Durchschnitt 3. Quartal252 417261 487
Durchschnitt 4. Quartal320 499231 032
Nettomittelabfluss158 805201 616
Durchschnitt 1. Quartal181 435233 565
Durchschnitt 2. Quartal120 321199 572
Durchschnitt 3. Quartal148 236192 162
Durchschnitt 4. Quartal185 230181 165
Überblick der nach Risiko gewichteten Positionen
in CHF 1 000
Verwendeter Ansatz Risk-weighted-Assets Berichtsjahr Risk-weighted-Assets Vorjahr Mindesteigenmittel Berichtsjahr
Kreditrisiko Standardansatz 2 921 402 2 884 325 233 712
Marktrisiko Standardansatz 273 956 303 685 21 916
Operationelles Risiko Basisindikatoransatz 172 007 166 340 13 761
Beträge unterhalb des
Schwellenwerts für Abzüge
12 316 12 316 985
Total3 379 6823 366 666270 375
Kreditrisiko: Kreditqualität der Aktiven
in CHF 1 000
Bruttobuchwerte von
ausgefallenen
Positionen
nicht ausgefallenen
Positionen
Wertberichtigungen /
Abschreibungen
Nettowerte
Forderungen (ausgenommen Schuldtitel) 141 232 4 532 075 33 835 4 639 472
Schuldtitel 120 308 120 308
Ausserbilanzpositionen 141 420 141 420
Total141 2324 793 80333 8354 901 200
Vorjahr158 7294 720 22835 8834 843 074

Mit einem ausgewiesenen Rating-System gewährleistet die Bank eine risikoadäquate Konditionenpolitik. Das Rating-System umfasst dreizehn Stufen. Die Bank klassiert Forderungen in einer der dreizehn Rating-Klassen. Die Ausleihungen der Klasse 13 gelten als gefährdet und werden einzeln wertberichtigt.
Nicht als Zinsertrag zu vereinnahmen sind Zinsen (einschliesslich Marchzinsen) und entsprechende Kommissionen, die überfällig sind. Als solche gelten Zinsen und Kommissionen, die seit über 90 Tagen fällig, aber nicht bezahlt sind. Im Falle von Kontokorrentkrediten gelten Zinsen und Kommissionen als überfällig, wenn die erteilte Kreditlimite seit über 90 Tagen überschritten ist.

Kreditrisiko: Veränderungen in den Portfolien von Forderungen und Schuldtiteln im Ausfall
in CHF 1 000
Ausgefallene Forderungen und Schuldtitel, am Ende der Vorperiode158 729
Seit dem Ende der Vorperiode ausgefallene Forderungen und Schuldtitel31 518
Positionen, die den Ausfallstatus verlassen haben-45 574
Abgeschriebene Beträge-3 441
Übrige Änderungen (+/-)
Ausgefallene Forderungen und Schuldtitel, am Ende der Referenzperiode141 232
Kreditrisiko: zusätzliche Angaben zur Kreditqualität der Aktiven
in CHF 1 000
Restlaufzeit
Fällig innert 12 MonatenFällig nach 12 Monaten bis zu 5 JahrenFällig nach 5 JahrenGesamtergebnis
Private44 2144 3132 90651 433
Selbständig Erwerbende8 3022313 42311 955
Grundstücke- und Wohnungswesen22 5591 21084624 615
Baugewerbe14 0274 48935618 872
Handel und Reparatur von Motorfahrzeugen4 8173 81810 10318 738
Übrige10 0182 0193 58215 619
Total103 93816 07921 215141 232
Vorjahr151 2086 2441 277158 729

Angaben zur Definition von überfälligen und gefährdeten Positionen, die Methodik zur Identifikation gefährdeter Positionen sowie bankinterne Definition von restrukturierten Positionen sind in den Erläuterungen unter «Erläuterung der angewandten Methoden zur Identifikation von Ausfallrisiken und zur Feststellung des Wertberichtigungsbedarfs» beschrieben.

Kreditrisiko: Gesamtsicht der Risikominderungstechniken
in CHF 1 000
Unbesicherte
Positionen / Buchwerte
Durch Sicherheiten besicherte Positionen, effektiv besicherter Betrag Durch finanzielle Garantien oder Kreditderivate besicherte Positionen, effektiv besicherter Betrag
Forderungen (inkl. Schuldtitel) 1 414 815 3 211 765 12 892
Ausserbilanzpositionen 30 234 111 186
Total1 445 0493 322 95112 892
Vorjahr1 448 7153 216 16657 809
- davon ausgefallen 141 232
Kreditrisiko: Positionen nach Positionskategorien und Risikogewichtung nach dem Standardansatz
in CHF 1 000
Positionskategorie / Risikogewichtung0%20%35%50%75%100%150%Total der Kredit­risiko­positionen 
Zentralregierungen und Zentralbanken
Banken und Effektenhändler26 33867 31793 655
Öffentlich-rechtliche Körperschaften und multilaterale Entwicklungsbanken55 6785264 00260 206
Unternehmen14 91638 06959 1003 76423 826229 794308369 777
Retail54 6842762 658 5918 816378 9741 186 1995 7324 293 272
Beteiligungstitel4 1768 99313 169
Übrige Positionen376 53518 73410 40630 79951436 524
Total446 135120 3602 736 95183 900413 2061 450 96815 0845 266 604
Davon grundpfandgesicherte Forderungen2 736 951362 8941 136 4314 236 276
Davon überfällige Forderungen124 1976 091130 288
Operationelle Risiken: allgemeine Angaben

In der Gesamtbankrisikostrategie sind die vom Verwaltungsrat definierten Grundsätze zu Risikopolitik, Risikotragfähigkeit sowie Risikolimiten festgehalten. Die Geschäftsleitung und der Leiter Risikokontrolle führen zusammen mit dem Verwaltungsrat halbjährlich eine Risikoanalyse zur Gesamtbankrisikostrategie durch.

Als Teil der Gesamtbankrisikostrategie werden in den operationelle Risiken die Gefahren von Verlusten, welche in Folge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen oder Systemen oder in Folge von externen Ereignissen eintreten können, identifiziert und dokumentiert.

Zur Reduktion der finanziellen Auswirkungen innerhalb der vom Verwaltungsrat vorgegebenen Limite (Risikobereitschaft) werden Massnahmen getroffen, die geeignet sind, die Ausfälle im Einzelnen oder kumulativ zu beschränken.

Alle Mitarbeitenden melden festgestellte operationelle Risiken mit Verlustpotential unverzüglich dem Chief Information Security Officer (CISO). Dieser ordnet selbständig oder unter Einbezug der Operational-Risk-Management-Ausschusses und der Geschäftsleitung bei Notwendigkeit Sofortmassnahmen an.

Im Risikoinventar werden die gemeldeten Risiken inventarisiert und mit den getroffenen Massnahmen dokumentiert. Über die aktuelle Risikosituation rapportiert der CISO regelmässig bis auf Stufe Verwaltungsrat.

Die interne Revision sowie die Risikokontrolle prüfen regelmässig das interne Kontrollsystem und erstatten direkt Bericht an den Verwaltungsrat.

Die Bank verwendet für die Berechnung der erforderlichen Eigenmittel für operaionelle Risiken den Basisindikatoransatz.

Zinsrisiken: Ziele und Richtlinien für das Zinsrisikomanagement des Bankenbuchs (IRRBA)

Offenlegung Zinsrisiken per 31.12.2019

a  Definition IRRBB zum Zwecke der Risikosteuerung und -messung
Das vom Verwaltungsrat der Bank genehmigte Rahmenkonzept Zinsrisiken bildet die Grundlage für die Identifikation, Messung, Steuerung, Überwachung und Kontrolle sowie das Reporting von Zinsrisiken auf Gesamtbankebene (Bilanzstrukturmanagement; ALM) als Bestandteil der ertrags- und risikoorientierten Geschäftstätigkeit der Bank. Aufgrund der Unwesentlichkeit des Handelsbuches werden allfällige Bestände im Handelsbuch immer gemeinsam mit dem Bankenbuch für die Betrachtung der Zinsrisiken mitberücksichtigt.
Das Zinsrisiko ist das Risiko für die Eigenmittel und Erträge einer Bank, das durch Zinsbewegungen entsteht. Änderungen von Zinssätzen beeinflussen den wirtschaftlichen Wert der Aktiven, Passiven und ausserbilanziellen Positionen einer Bank (Barwertperspektive). Auch tangieren sie den Ertrag aus dem Zinsengeschäft (Ertragsperspektive).
Von den drei Formen des Zinsrisikos betrachtet die Bank primär das Zinsneufestsetzungsrisiko sowie sekundär das Optionsrisiko bei variabel verzinslichen Einlagen ohne feste Laufzeit. Das Basisrisiko ist vernachlässigbar.
Allfällige Bonitätseffekte von handelbaren Finanzinstrumenten werden nur beurteilt, falls das relevante Volumen im Bankenbuch einen risikoorientiert definierten Schwellenwert übersteigt.

b  Beschreibung der übergeordneten Strategien der Bank zur Steuerung und Minderung des IRRBB
Die Steuerung von Zinsrisiken ist ein bedeutungsvolles Element innerhalb des Risikomanagementprozesses. Auf der Basis der vom Verwaltungsrat im Rahmenkonzept definierten Vorgaben und unter Berücksichtigung der Grösse der Bank sowie von Art, Umfang, Komplexität und Risikogehalt der Geschäftsaktivitäten (Proportionalitätsprinzip) soll das Zinsrisiko innerhalb der festgelegten Risikotoleranz gehalten werden.
Basierend auf der Risikostrategie, der Risikotragfähigkeit und der Risikotoleranz der Bank legt der Verwaltungsrat Globallimiten und vorgelagerte Warnlimiten für das Zinsrisiko fest.
Diese Globallimiten limitieren die grösste negative Barwertveränderung der Eigenmittel (Barwertperspektive), welche sich aus den verschiedenen aufsichtsrechtlichen Zinsschockszenarien ergibt. Zudem werden basierend auf dem Key-Rate-Duration-Profil die negativen und positiven Barwertveränderungen der Eigenmittel in jedem definierten Laufzeitenband in der Zinsbindungsbilanz limitiert. Damit werden Konzentrationsrisiken vermieden und sowohl die kurz- wie langfristigen Auswirkungen der Zinsrisiken betrachtet.
Mögliche Minderungen im Bruttoerfolg aus dem Zinsengeschäft (Ertragsperspektive) werden einerseits über zu erwartende Entwicklungen der Zinserfolge (z.B. an Hand von Forwardrates) analysiert. Andererseits werden via dynamische Szenariorechnungen (Stresstests) auch längerfristige Auswirkungen in der Erfolgsrechnung betrachtetet. Diese möglichen Minderungen werden nicht limitiert, finden ihren Niederschlag hingegen in der periodisch zu erstellenden dreijährigen Kapitalplanung.
Grundsätzlich strebt die Bank eine neutrale Fristentransformation an, d.h. die Zinsbindung der Aktiven ist ähnlich lang wie diejenige der Passiven.
Für die Erkennung, Steuerung und Überwachung der Zinsrisiken auf Stufe Gesamtbank und die Einhaltung der Globallimiten ist das ALCO (Bilanzstruktur-Komitee) zuständig. Anhand der von der Risikokontrolle erstellten Reportings wird die Gesamtrisikosituation periodisch analysiert und beurteilt. Bei Zielabweichungen werden adäquate Massnahmen erarbeitet und der Geschäftsleitung entsprechend Antrag gestellt.
Die Berichterstattung an ALCO, Geschäftsleitung und Verwaltungsrat beinhaltet insbesondere die Exposition des Zinsrisikos (auch unter Betrachtung der aufsichtsrechtlichen Stressszenarien), die Auslastung der Globallimiten und wesentliche Modellannahmen.
Das Zinsrisiko wird vor allem durch den Abschluss von zinsfixen Aktiven und Passiven mit unterschiedlichen Volumina und verschieden langer Zinsbindung verursacht (Zinsneufestsetzungsrisiko aus Fristeninkongruenz).
Jährlich wird nachvollziehbar begründet und dokumentiert, dass sich das Geschäftsmodell, die Kunden- und Produktstruktur, das Marktumfeld sowie andere für die Modellannahmen relevante Faktoren nicht wesentlich verändert haben. Die Modellannahmen und deren Auswirkungen werden mindestens alle drei Jahre überprüft.
Das Zinsrisikomesssystem der Bank basiert auf präzisen Daten und ist angemessen dokumentiert, kontrolliert und getestet. Bei der Validierung von Daten, Zinsrisikomesssystemen, Modellen und Parametern wendet die Bank aufgrund ihrer Organisationsstruktur (keine unabhängige Validierungsfunktion) vereinfachte Umsetzungen an. Eine Validierung wird bei wesentlichen Veränderungen von Daten, Zinsrisikomesssystemen, Modellen und Parametern durchgeführt, mindestens jedoch alle drei Jahre.
Die unabhängige Revision legt basierend auf ihrer periodischen Risikoanalyse und der Prüfstrategie die Prüftiefe und die Prüfkadenz für das Zinsrisiko fest und bespricht diese mit dem Verwaltungsrat.

c  Periodizität und Beschreibung der verwendeten Messgrössen, um die Sensitivität in Bezug auf IRRBB einzuschätzen
Die Bank berechnet monatlich anhand der aufsichtsrechtlichen Vorgaben das Zinsrisiko. Die in der Offenlegung abgebildeten Messgrössen sind identisch mit den internen Messgrössen.

d  Beschreibung der Zinsschock- und Stressszenarien
Für das Zinsrisikomanagement wird eine marktübliche Standard-Software eingesetzt. Das interne Zinsrisikomesssystem berücksichtigt die sechs Standardzinsschockszenarien gemäss FINMA-Rundschreiben «Zinsrisiken» sowie allenfalls von der FINMA zusätzlich vorgegebene Zinsschockszenarien.
Mit diesen Zinsschockszenarien werden die eingegangenen Zinsrisiken basierend auf unserer Bankgrösse sowie Art, Umfang, Komplexität und Risikogehalt der Geschäftsaktiven angemessen abgebildet. Eine Modellierung weiterer interner Zinsschock- oder gar historischer und hypothetischer Zinsstressszenarien ist daher ohne zusätzlichen Nutzen.

e  Abweichende Modellannahmen gegenüber vorgeschriebenen Modellannahmen
Die publizierten Ergebnisse entsprechen den für das interne Zinsrisikomanagement verwendeten Werten. In ΔEVE berücksichtigt werden die Zahlungsströme aus zinssensitiven Aktiven, Passiven (einschliesslich aller unentgeltlichen Einlagen) und ausserbilanziellen Positionen im Bankenbuch und Handelsbuch. Nicht mitberücksichtigt werden das Kernkapital (T1-Kapital) und das Ergänzungskapital (T2-Kapital). Bei den NII-Berechnungen wird für das bankeigene Basisszenario keine konstante Bilanz simuliert, sondern es werden mögliche Volumenveränderungen modelliert (z. B. Verschiebungen von variabelverzinslichen zu festverzinslichen Positionen).

f  Absicherung gegenüber Zinsrisiko und Behandlung gemäss Rechnungslegung.
Das Zinsrisiko im Bankenbuch wird primär mit bilanziellen Massnahmen durch Abschluss von risikokompensierenden fixverzinslichen Aktiven (Kapitalanlage) oder Passiven (Kapitalaufnahme) mit ähnlicher fixer Laufzeit im Interbank-, Geld- und Kapitalmarkt wie die risikoverursachenden Positionen gesteuert. Sekundär können als Absicherung lineare und nicht-lineare Zinsderivate (i.d.R. traditionelle Zinssatzswaps) eingesetzt werden.
In der Rechnungslegung werden die bilanziellen Werte mit ihrem Nominalwert ausgewiesen.
Hedge Accounting wird angewendet. Dabei können sowohl Micro- als auch Macro-Hedges abgeschlossen werden.

g  Beschreibung wesentlicher Modellierungs- und Parameterannahmen

Barwertänderungen der Eigenmittel (ΔEVE)

  • Die Zahlungsströme berücksichtigen den Nominalwert (Kapital) und die Zinszahlungen. Die Zinszahlungen enthalten den Basissatz sowie sämtliche Margenkomponenten.
  • Das interne Zinsrisikomesssystem berücksichtigt die aufsichtsrechtlich vorgegebenen Laufzeitbänder. Zahlungsströme werden entsprechend ihrer effektiven resp. replizierten Zinsneufestsetzungsdaten im entsprechenden Laufzeitband abgebildet.
  • Sämtliche in der Zinsbindungsbilanz enthaltenen Zahlungsströme werden mit den jeweiligen stichtagsbezogenen Marktzinssätzen (risikolose Swapzinskurve) diskontiert.

Änderungen der geplanten Erträge (ΔNII)
Für die Berechnung der aufsichtsrechtlichen Änderung des Ertragswerts (ΔNII) berücksichtigt die WIR Bank folgende wesentlichen Annahmen

  • Für die Vergleichswerte werden Forward-Marktzinsen unterstellt (Basisszenario).
  • Die konstante Bilanz basiert auf einer durchschnittlichen Portfoliobetrachtung.
  • Als bonitätsabhängige Spread-Komponente wird jeweils der aktuelle Wert verwendet.
  • Die variablen Aktiv- und Passivsätze werden innerhalb von 12 Monaten nicht verändert.

Variable Positionen
Die Bestimmung der Zinsbindung von Bodensatzprodukten erfolgt mittels replizierender Portfolios. Als Datenbasis für die Simulationen dienen historische Produkt- und Marktzinssätze sowie historische Volumenveränderungen der Produkte. Die spezifischen Replikationsschlüssel wichtiger Produkte werden bestmöglich aufgrund dieser Szenarien festgelegt. Die Replikationsannahmen können bedeutende Auswirkungen auf das Zinsrisiko haben, weshalb diese mindestens alle drei Jahre überprüft und die Ergebnisse und Sensitivitäten dokumentiert werden.

Positionen mit Rückzahlungsoptionen
Ein Recht auf vorzeitige Rückzahlung fixer Ausleihungen besteht nicht, weshalb vorzeitige Rückzahlungen selten sind und die WIR Bank in der Regel für den entgehenden Zins mit einer Prämie entschädigt wird. Dieser Aspekt wird folglich nicht modelliert.

Termineinlagen
Ein Recht auf vorzeitige Abzüge fixer Kundengelder besteht nicht, weshalb vorzeitige Abzüge selten sind und die WIR Bank in der Regel gemäss den Grundsätzen zur Nichtkündigungskommission entschädigt wird. Dieser Aspekt wird folglich nicht modelliert.

Automatische Zinsoptionen
Die WIR Bank bietet in keinem Kundensegment Produkte an, die automatische Zinsoptionen beinhalten. Dieser Aspekt wird folglich nicht modelliert.

Derivate Positionen
Die Bank kann lineare und nicht-lineare Zinsderivate zur Absicherung von Zinsrisiken einsetzen. Derzeit werden keine Zinsderivate als Absicherung eingesetzt.

Sonstige Annahmen
Es werden keine weiteren wesentlichen Annahmen getroffen.

Zinsrisiken: quantitative Informationen zur Positionsstruktur und Zinsneufestsetzung (IRRBBA1)
Volumen in 1 000 Durchschnittliche Zinsneufestsetzungsfrist (in Jahren)
Total Davon CHF/CHW Davon andere wesentliche Währungen, die mehr als 10% der Vermögenswerte oder Verpflichtungen der Bilanzsumme ausmachen Total Davon CHF/CHW
Bestimmtes Zinsneufestsetzungsdatum
Forderungen gegenüber Banken 40 010 40 010 0,27 0,27
Forderungen gegenüber Kunden 167 766 167 766 1,54 1,54
Geldmarkthypotheken 1 347 805 1 347 805 0,29 0,29
Festhypotheken 2 185 346 2 185 346 3,83 3,83
Finanzanlagen 201 739 199 483 5,26 5,31
Übrige Forderungen  
Forderungen aus Zinsderivaten1
Verpflichtungen gegenüber Banken 161 626 161 626 0,77 0,77
Verpflichtungen aus Kundeneinlagen 263 807 263 767 1,92 1,92
Kassenobligationen
Anleihen und Pfandbriefdarlehen 748 864 748 864 7,06 7,06
Übrige Verpflichtungen 134 993 134 993 0,01 0,01
Verpflichtungen aus Zinsderivaten1   
Unbestimmtes Zinsneufestsetzungsdatum
Forderungen gegenüber Banken    
Forderungen gegenüber Kunden 578 309 578 308 2,16 2,16
Variable Hypothekarforderungen 556 883 556 883 2,55 2,55
Übrige Forderungen 22 467 14 221 0,00 0,00
Verpflichtungen auf Sicht in Privatkonti undKontokorrentkonti 1 032 268 1 027 807 2,55 2,55
Übrige Verpflichtungen 414 414 0,00 0,00
Verpflichtungen aus Kundeneinlagen, kündbar aber nicht übertragbar (Spargelder) 2 657 468 2 657 468 2,78 2,78
Total10 099 76610 084 7612,842,84

1 Technisch bedingt erfolgt ein Doppelausweis der Derivatvolumen sowohl unter den Forderungen als auch unter den Verpflichtungen. Die WIR Bank Genossenschaft hat per Stichtag keine Zinsderivate im Bestand.

Die Werte entsprechen den in der Zinsrisikomeldung (ZIR) gemeldeten Daten an die Schweizerische Nationalbank (SNB).

Zinsrisiken: quantitative Informationen zum Barwert und Zinsertrag (IRRBB1)
in CHF 1 000
ΔEVE
(Änderung des Barwerts)
ΔNII
(Änderung des Ertragswerts)
Periode 31.12.19 31.12.19
Parallelverschiebung nach oben (150 Basispunkte) 39 387 -2 128
Parallelverschiebung nach unten (150 Basispunkte) -53 888 -3 914
Steepener-Schock1 23 204
Flattener-Schock2 -16 900
Anstieg kurzfristiger Zinsen 1 864
Sinken kurzfristiger Zinsen -1 964
Maximum-53 888-3 914
Periode 31.12.19
Kernkapital (Tier 1) 451 942

1 Sinken der kurzfristigen Zinsen in Kombination mit Anstieg der langfristigen Zinsen.
2 Anstieg der kurzfristigen Zinsen in Kombination mit Sinken der langfristigen Zinsen.

Die publizierten Werte entsprechen im Bereich der ΔEVE den für das interne Zinsrisikomanagement berechneten und verwendeten Werten. In ΔEVE berücksichtigt werden die Zahlungsströme aus zinssensitiven Aktiven, Passiven (einschliesslich aller unentgeltlichen Einlagen) und ausserbilanziellen Positionen im Bankenbuch und Handelsbuch. In der Berichtsperiode wurden keine wesentlichen Änderungen an den Modellen vorgenommen.
Die Werte zeigen, dass die Bank eine relativ ausgeglichene Fristentransformation aufweist, d.h. die Zinsbindung der Aktiven ist ähnlich lang wie diejenige der Passiven. Folglich wirken sich weder eine Parallelverschiebung der Zinsen nach unten noch gegen oben besonders negativ auf das Kernkapital (T1-Kapital) der Bank auf. Auch die übrigen Szenarien (wie sinkende kurzfristige in Kombination mit steigenden langfristigen Zinsen (Steepener-Schock) resp. steigende kurzfristige in Kombination mit sinkenden langfristigen Zinsen (Flattener-Schock)) führen nicht zu bedeutenden Zinsrisiken.

Über einen gleitenden Zeitraum von zwölf Monaten aufgrund einer instantanen Parallelveränderung der Marktzinsen wirken sich steigende Marktzinsen in der Ertragswertperspektive (ΔNII) etwas negativer aus als sinkende Marktzinsen.

2016201720182019