Geschäftsbericht 2018

Lagebericht

Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage des Unternehmens

Rahmenbedingungen

Wirtschaftliches Umfeld
Das Jahr 2018 war ein durchwachsenes Wirtschaftsjahr. Bis im Sommer sah es ganz nach einem erfolgreichen Jahr aus, bevor die Dynamik ab dem dritten Quartal abnahm und vor dem Jahresende die Märkte stark korrigierten.

Die Schweizer Wirtschaft legte trotz des schwachen zweiten Halbjahrs zu, die Prognose des SECO für das BIP-Wachstum für das Gesamtjahr 2018 ist mit 2,6% (2017: 1,1%) überdurchschnittlich. Die Konjunkturprognosen für 2019 wurden nach der Korrektur zwar nach unten geschraubt, das SECO rechnet dennoch mit einem BIP-Wachstum von 1,5%.

Die grössten Risiken für das kommende Jahr bergen diverse politische Unsicherheiten sowie die international hohe Verschuldung. Die politischen Geplänkel in den USA und vor allem der Handelsstreit der USA mit China waren wichtige Gründe für die Korrekturen in der zweiten Jahreshälfte. Erschwerend hinzu kommt die fragile politische Situation in Europa, der Budgetstreit der EU mit Italien und die angespannte Lage in Frankreich zeigen die Unsicherheiten innerhalb der Mitgliedstaaten, was natürlich noch von der weiterhin ungelösten Brexit-Problematik überschattet wird.

Die Geldpolitik der Notenbanken hielt sich 2018 mit Überraschungen zurück. Die amerikanische Notenbank Fed erhöhte wie angekündigt die Leitzinsen in vier Schritten um jeweils 25 Basispunkte. Aus Rücksicht auf die sich abschwächende Konjunktur hat das Fed für 2019 angekündigt, anstelle von drei nur noch zwei weitere Zinserhöhungen durchzuführen. In Europa blieben die Zinsen konstant auf dem Rekordtief von null Prozent und Zinserhöhungen sind nach Angaben der europäischen Zentralbank (EZB) frühestens im Herbst 2019 zu erwarten. Wie geplant hat die EZB das Anleihekaufprogramm im dritten Quartal um die Hälfte reduziert. Damit betrug es noch 15 Milliarden Euro pro Monat und auf Ende des Berichtsjahres lief das Programm ganz aus.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat auch dieses Jahr an ihrer expansiven Gelpolitik festgehalten und die Negativzinsen beibehalten. Zudem erklärte sie sich weiterhin dazu bereit, bei Bedarf am Devisenmarkt zu investieren. Die SNB orientiert sich bei der Zinspolitik stark an der Europäischen Zentralbank, womit davon auszugehen ist, dass die Leitzinsen frühestens gegen Ende 2019 angepasst werden.

Gegenüber dem Euro stieg der Schweizer Franken von 1.17 per Ende 2017 bis Mai 2018 auf fast 1.20 und sank bis Ende 2018 wieder auf 1.13. Der US-Dollar gewann 2018 gegenüber dem Schweizer Franken etwas an Wert und dotierte Ende Jahr zu 1 USD = 0.98 CHF. Im Februar 2018 sank der USD-Kurs kurzzeitig auf 0.93 CHF und erholte sich bis Ende Jahr wieder auf Vorjahresniveau. Der Franken bleibt damit weiterhin hoch bewertet.

Die Arbeitslosenquote ist in der Berichtsperiode um 18,4% von 146 645 auf 119 661 Personen gesunken. Trotz der Normalisierung der Konjunktur erwartet das SECO, dass sich die Arbeitslosenquote im nächsten Jahr auf dem insgesamt sehr guten Niveau hält. Infolge der stagnierenden Löhne und der positiven Inflation sinkt die reale Kaufkraft der Haushalte, was sich negativ auf die Binnennachfrage auswirkt. Der Landesindex der Konsumentenpreise nahm um 0,7% zu (Dezember 2015 = 100) und erreichte 101.5 Punkte. Die steigenden Ölpreise sowie die gestiegenen Mieten führten zu der positiven Teuerung, die gegenüber dem Vorjahr um 0,9% zunahm.

Das Börsenjahr war nach den starken Korrekturen am Jahresende ernüchternd. Mit 10,2% im Minus erzielte der Swiss Market Index (SMI) das schlechteste Ergebnis seit 2008. Im internationalen Vergleich kam die Schweiz aber noch glimpflich davon. Der Deutsche Aktienindex (DAX) verlor gegenüber 2017 18,26%, der Britische FTSE 100 12,5% und der Chinesische Leitindex SSE Composite schloss das Jahr mit negativen 24,6%. In Amerika waren die Verluste moderater, die Indices Dow Jones und NASDAQ Composite verloren gegenüber 2017 5,6% beziehungsweise 3,9%.

Regulatorisches Umfeld
Die massgebenden regulatorischen Grundlagen im Bankengeschäft sind umfangreich und werden laufend angepasst. Der Regulierungsdruck ist deutlich spürbar und unverändert hoch. Er ist zu einem grossen Teil international getrieben und wird die Kostensituation der Schweizer Banken negativ beeinflussen. Im Berichtsjahr hat uns insbesondere die Umsetzung der folgenden neuen Regulatorien beschäftigt:

  • Outsourcing Banken (FINMA-RS 18/3)
  • Zinsrisiken Banken (FINMA-RS 19/2)
  • Risikoverteilung Banken (FINMA-RS 19/1)
  • Einführung und Rapportierung Beobachtungskennzahlen
  • Prüfwesen (Anwendung Proportionalitätsprinzip)

Daneben wurden im Berichtsjahr zahlreiche weitere Regulatorien angekündigt oder präzisiert, deren Umsetzung bereits vertieft geprüft bzw. in die Wege geleitet wurde. Dazu zählen insbesondere das Finanzdienstleistungs- (FIDLEG), das Finanzinstitutsgesetz (FINIG), Geldwäscherei, Kleinbankenregime, Überführung eines Teils des FINMA-RS Rechnungslegung Banken in eine Verordnung.

Geschäftsverlauf des Berichtsjahres
und wirtschaftliche Lage unserer Bank

Jahresabschluss per 31. Dezember 2018

Die Bilanzsumme ist um CHF/CHW 96,8 Mio. auf CHF 5 267,0 Mio. gesunken (-1,8%). Die Ausleihungen an Kunden sind um CHF/CHW 26,4 Mio. (-0,6%) gesunken. Die Kundengelder haben sich um CHF/CHW 181,3 Mio. reduziert (-4,6%). Der Gewinn verringerte sich auf CHF 13,5 Mio. (-11,3%). Der Generalversammlung vom 27. Mai 2019 wird die Ausschüttung aus der Reserve aus steuerbefreiten Kapitaleinlagen in Form einer Wahldividende («Dividende mit Reinvestition» oder Barausschüttung) in der Höhe von CHF 10.25 (Vorjahr CHF 10.25) vorgeschlagen. Fraktionen werden bar ausbezahlt. Die Ausschüttung entspricht einer Rendite von 2,7% (auf Basis des Schlusskurses per 31. Dezember 2018).

Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft
Der Bruttoerfolg aus dem Zinsengeschäft liegt mit CHF 59,9 Mio. leicht unter dem Vorjahr (-1,0%). Die Bruttozinsmarge ist um 1 Basispunkt auf 1,14% (Vorjahr 1,13%) gestiegen. Der Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft konnte gegenüber dem Vorjahr um CHF 2,2 Mio. oder 3,9% gesteigert werden. Mit einem Anteil von 86,4% (Vorjahr 53,6%) am Gesamterfolg ist das Zinsengeschäft weiterhin unser mit Abstand stärkster Ertragspfeiler.

Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft
Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft liegt mit CHF 24,4 Mio. deutlich unter dem Vorjahreswert (-22,5%). Der Anteil am Gesamterfolg beträgt 35,3% (Vorjahr 29,3%). Die mit Abstand grösste Position im Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft ist der Kommissionsertrag aus dem WIR-Verrechnungsverkehr (Netzwerkbeitrag) mit CHF 16,8 Mio. (Vorjahr CHF 22,8 Mio.).

Erfolg aus dem Handelsgeschäft
Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft stammt vorwiegend aus dem Handel mit Wertschriften inkl. eigener Stammanteile. Im Handelsbestand in Wertschriften sind auch Fremdwährungspositionen enthalten. Aktuell wird kein aktiver Handel mit Devisen betrieben. Im Jahr 2018 hat die Bank einen Verlust von CHF 16,8 Mio. erwirtschaftet (Vorjahr Gewinn 16,5 Mio.). Dieser ist hauptsächlich auf ein schwieriges Anlagejahr der Beteiligungstitel im Bestand zurückzuführen. Das Handelsgeschäft trägt -24,2% (Vorjahr 15,4%) an den Gesamterfolg bei.

Übriger ordentlicher Erfolg
Mit CHF 1,8 Mio. (Vorjahr CHF 1,9 Mio.) trägt der übrige ordentliche Erfolg 2,6% zum Gesamterfolg bei (Vorjahr 1,7%).

Personalaufwand
Die Entschädigung an die Mitarbeitenden liegt mit CHF 36,6 Mio. um CHF 2,4 Mio. unter dem Vorjahreswert (-6,2%). Die Vorsorgebeiträge an die Personalvorsorgestiftung reduzieren sich auf CHF 3,2 Mio. (Vorjahr CHF 3,3 Mio.).

Sachaufwand
Der Sachaufwand sinkt insbesondere wegen weniger projektbezogener Aufwände um CHF 10,1 Mio. auf CHF 24,0 Mio. (-29,6%).

Geschäftsaufwand im Budgetrahmen
Der gesamte Geschäftsaufwand (Personal- und Sachaufwand) liegt mit CHF 60,6 Mio. im Budgetrahmen und CHF 12,6 Mio. unter dem Vorjahreswert (-17,2%).

Ausserordentlicher Ertrag
Um einen Teil des Handelsverlustes über CHF 16,8 Mio. decken zu können, wurden im Berichtsjahr CHF 15,4 Mio. stille Reserven für Wertschriften aufgelöst.

Stabiler Jahresgewinn
Im Berichtsjahr wurden CHF 5,3 Mio. (Vorjahr CHF 5,0 Mio.) für die notwendigen Abschreibungen auf dem Anlagevermögen verwendet. Nach Verbuchung des Steueraufwandes von CHF 5,3 Mio. (-25,4%) kann ein Gewinn von CHF 13,5 Mio. (-11,3%) realisiert werden.

Die wesentlichen Kennzahlen lassen sich wie folgt darstellen:

Berichtsjahr Vorjahr
Zinsmarge 1,14% 1,13%
Return on Equity nach Steuern 3,03% 3,48%
Cost-Income-Ratio 87,5% 66,3%

Erstellung des Jahresabschlusses
Mittels eines bewährten internen Kontrollsystems stellen wir sicher, dass die Jahresrechnung unserer Bank vollständig und richtig dargestellt werden kann. Die vorliegende Jahresrechnung wurde am 15.03.2019 vom Verwaltungsrat genehmigt.

Obligationenrechtliche Revision
Die obligationenrechtliche Revisionsstelle Deloitte AG, Basel, hat nach Massgabe der entsprechenden Vorgaben am Sitz der Bank in der Zeit vom 28. Januar bis 22. Februar 2019 eine obligationenrechtliche Revision durchgeführt. Der Revisionsbericht enthält ein uneingeschränktes Prüfurteil sowie keine Hervorhebungen von Sachverhalten und keine Hinweise auf sonstige Sachverhalte.

Aktuelle Situation in Bezug auf ausgewählte aufsichtsrechtliche Themen (Stand: 31. Dezember 2018)

Starke Eigenkapitalbasis
Die ausgewiesenen Eigenmittel steigen unter Berücksichtigung der beantragten Gewinnverwendung auf CHF 445,7 Mio. (Vorjahr CHF 439,7 Mio. inkl. Abzug für eigene Kapitalanteile). Die anrechenbaren Eigenmittel reduzieren sich auf CHF 513,7 Mio. (Vorjahr CHF 520,2 Mio.). Dadurch übersteigen sie die gesetzlich geforderten Eigenmittel von CHF 402,0 Mio. (inkl. antizyklischer Kapitalpuffer von CHF 26,3 Mio.) beträchtlich. Der Auslastungsgrad der Eigenmittel beträgt somit 78,3% (Vorjahr 78,5%).

Die per 1. Januar 2015 eingeführte Leverage Ratio (ungewichtete Eigenmittelquote) erreicht per Ende 2018 einen respektablen Wert von 8,4% (Vorjahr: 8,1%) und übersteigt die derzeit geltende Mindestanforderung von 3% deutlich.

Für weitere Details verweisen wir auf die Offenlegung der Kennzahlen zu den Eigenmittelvorschriften.

Ausgezeichnete Liquidität
Die Bank verfügt unverändert über eine hohe Liquidität. Die seit dem 1. Januar 2015 eingeführte regulatorische Kennzahl LCR (Liquidity Coverage Ratio) wurde während des gesamten Berichtsjahrs übertroffen. Die LCR beträgt für das Jahr 2018 als gewichteter Durchschnittswert 122,4% (regulatorisches Erfordernis: 90%). Die Bank hält zur Sicherung der Liquidität qualitativ hochstehende liquide Mittel im Umfang von CHF 246,9 Mio. (als gewichteter Durchschnittswert).

Für weitere Details verweisen wir auf die Offenlegung der Kennzahlen zur LCR.


Mitarbeitende

Anzahl Beschäftigte und Personalstruktur
Wirtschaftlicher Erfolg ist nur dank des tagtäglichen Einsatzes unserer Mitarbeitenden für unsere Kunden möglich. Nach mehreren Jahren des Personalaufbaus sank 2018 erstmals wieder die Anzahl der Beschäftigten. So waren per Ende 2018 275 Mitarbeitende (Vorjahr 296) angestellt. Dies entspricht teilzeitbereinigt 251 Vollzeitstellen (Vorjahr 271). Der Jahresdurchschnitt der Vollzeitstellen lag bei 260 (Vorjahr 268).

Die Personalstruktur setzte sich per Ende 2018 aus 125 Frauen (entspricht 45,5%, Vorjahr 45,9%) sowie 150 Männern zusammen. Das Durchschnittsalter betrug 43,4 Jahre (Vorjahr 41,4 Jahre).

Personal-Kennzahlensystem
Im Jahr 2018 wurde ein massgeschneidertes Personal-Kennzahlensystem eingeführt. Es werden monatliche Berichte zuhanden der Unternehmensleitung erstellt. Auch die Abteilungsleiter, die das operative Tagesgeschäft verantworten, erhalten einen Bericht zur Verfügung gestellt. Das Kennzahlensystem gibt dezidiert Auskunft über die Entwicklung von Ferien- und Mehrstundenbeständen, Fluktuation sowie weiteren Personalkennzahlen, die es den Führungskräften ermöglichen, die Mitarbeitenden noch zielgerichteter planen und einsetzen zu können.

Zertifizierung der Kundenberatenden
Um die bereits hochstehende Firmenkundenberatung weiter zu verbessern, hat die Geschäftsleitung ein Programm zur Zertifizierung der Firmenkundenberaterinnen und -berater ins Leben gerufen. Im Jahr 2018 haben insgesamt 33 unserer Beratenden den Kurs «Zertifizierter Kundenberater/in KMU» besucht und gesamthaft 121 Tage Präsenzschulung absolviert. Von den teilnehmenden 33 Beratenden haben alle die schriftliche Prüfung bestanden. Die WIR Bank unterstützte die zu zertifizierenden Firmenkundenberaterinnen und -berater jeweils mit bis zu drei individuell zu beziehenden und von WIR Bank bezahlten «Lerntagen», so dass sie sich optimal auf die schriftliche Prüfung vorbereiten konnten. Die mündlichen Prüfungen, welche die erfolgreiche Zertifizierung abschliessen, werden 2019 stattfinden.

Führungsausbildung
Insgesamt absolvierten 43 Führungskräfte 516 Stunden Führungsausbildung im Jahr 2018, bei welcher die interne Zusammenarbeit mittels regelmässiger Interaktions- und Austauschgefässe gefördert und der Kundenfokus für alle Bereiche in den Vordergrund gerückt wurde.

Personalentwicklung, interne Stellenbesetzungen und Ausbildung
Die Qualität und Professionalität unserer Mitarbeitenden sind für die WIR Bank von entscheidender Bedeutung. Aus diesem Grund haben die Mitarbeitenden im Jahr 2018 im Schnitt 2,4 Ausbildungstage (auf Basis FTE) absolviert (kumuliert 606 Tage), inklusive bezahlte «Lerntage» für die Beratenden.

Die Personalentwicklung dient auch zur Förderung der Potentiale der Mitarbeitenden. Es ist erklärtes Ziel der WIR Bank, diese zukünftig noch stärker zu nutzen. Aus diesem Grund wird bei jeder Stellenvakanz geprüft, ob diese nicht durch fähige interne Kandidatinnen und Kandidaten besetzt werden könnte. Im Jahr 2018 kam es zu sechs internen Stellenausschreibungen, davon konnten vier Stellen erfolgreich intern besetzt werden.

Die WIR Bank ist stolz darauf, seit jeher ihren aktiven Beitrag zur Ausbildung junger Menschen zu leisten. Per Ende 2018 beschäftigte sie 8 Auszubildende (2 KV-Lernende, 6 BEM-Praktikantinnen und -Praktikanten). Ein Auszubildender hat im Berichtsjahr seine Banklehre erfolgreich abgeschlossen, ebenso wie drei BEM-Praktikanten. Zwei ehemalige BEM-Praktikanten konnten in ein fortführendes Anstellungsverhältnis übernommen worden.

Risikobeurteilung

Die Bank verfolgt eine nachhaltige und vorsichtige Risikopolitik. Sie achtet auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag und steuert die Risiken aktiv. Der Verwaltungsrat befasst sich laufend mit der Risikosituation des Instituts und hat ein Reglement erlassen, welches sicherstellt, dass alle wesentlichen Risiken erfasst, begrenzt und überwacht werden. Ein umfassendes Reporting stellt sicher, dass sich Verwaltungsrat und Geschäftsleitung ein zeitgerechtes Bild der Risikolage der Bank machen können. Mindestens jährlich nimmt der Verwaltungsrat eine Risikobeurteilung vor und überprüft die Angemessenheit der getroffenen Massnahmen.

Weitere Ausführungen zum Risikomanagement sind in den Erläuterungen enthalten.

Aktuelle Risikobeurteilung in Bezug auf die Hauptrisiken der Bank (Stand: 31. Dezember 2018)
Die Bank ist schwergewichtig im Bilanzgeschäft tätig. Die Hauptrisiken der Bank offenbaren sich somit vor allem im Kreditbereich und bezüglich Zinsänderungsrisiken.

Die Bank gewährt Kredite zur Hauptsache an kleine und mittlere Unternehmungen (KMU) sowie an Private. Diese Kredite werden üblicherweise auf der Basis von hypothekarischer Deckung vergeben. Dabei dienen vor allem Wohnliegenschaften als Sicherstellung. Ungedeckte Kredite werden in Ausnahmefällen vergeben, sofern es sich um solvente Unternehmungen oder öffentlich-rechtliche Körperschaften handelt. Nachstehende Grafiken geben einen Überblick über die Vergabe der Kundenausleihungen nach Deckungen per 31. Dezember 2018:


Blanko (3%)Andere Deckung (4%)Hypothekarische Deckung (93%)Hypothekarische Deckung (93%)Andere Deckung (4%)Blanko (3%)
Gewerbe und Industrie (30%)Übrige hypothekarische Deckungen (5%)Wohnliegenschaften (65%)Wohnliegenschaften (65%)Übrige hypothekarischeDeckungen (5%)Gewerbe und Industrie (30%)


Die Bank ist bestrebt, ihre Ausleihungen auch innerhalb der verschiedenen Branchen gut zu diversifizieren.

Im Berichtsjahr hat sich die Lage am Immobilienmarkt etwas entspannt. Jahrelang sind die Immobilienpreise stark gestiegen, wobei sich das Wachstum seit 2015 verlangsamt hat. In der gleichen Zeitperiode hat sich das Wirtschaftswachstum sukzessive beschleunigt. Entsprechend ist der Anstieg der Einkommen grösser ausgefallen als das Wachstum der Eigenheimpreise, was die Gefahr einer Immobilienblase verringert hat. Des Weiteren wächst das Hypothekarvolumen nur moderat.

Nichtsdestotrotz sind die Risiken im Immobilienmarkt weiterhin gross. Das reale Preisniveau liegt weiterhin auf einem historischen hohen Niveau und die realwirtschaftlichen Konsequenzen werden wohl erst im Falle eines Zinsanstieges sichtbar. Zudem werden Eigentumswohnungen in signifikantem Ausmass als Investitions- und Renditeobjekte genutzt.

Die regionalen Unterschiede bei der Höhe der Preise für Wohneigentum sind nach wie vor gross. Das Preisniveau ist insbesondere im Grossraum Zürich (inkl. Zug und Innerschweiz), in der Genfersee-Region, der Stadt Basel und in einzelnen Tourismusorten sehr hoch.

Die Bank ist aufgrund ihrer gesamtschweizerischen Tätigkeit und der bewussten regionalen Diversifikation der Ausleihungen regionalen Risiken im Immobilienmarkt nur beschränkt ausgesetzt, was aus der nachfolgenden Grafik der Hypotheken nach Kantonen ersichtlich ist.


Andere (4%)GE (1%)FR (1%)SG (2%)TG (2%)SH (2%)VS (3%)BS (3%)VD (4%)GR (4%)TI (5%)LU (5%)BL (9%)SO (10%)AG (11%)ZH (14%)BE (20%)BE (20%)ZH (14%)AG (11%)SO (10%)BL (9%)LU (5%)TI (5%)GR (4%)VD (4%)BS (3%)VS (3%)SH (2%)TG (2%)SG (2%)FR (1%)GE (1%)Andere (4%)



Volumen im Kundengeschäft (Bestellungs- und Auftragslage)

Angaben zum Bilanzgeschäft
Unsere Bank ist zur Hauptsache im Bilanzgeschäft und in der WIR-Verrechnung tätig. Wir bieten neben den WIR-Dienstleistungen bankübliche Produkte an.

Bei unverändert lebhaftem Wettbewerb können die Hypothekarforderungen um CHF/CHW 100,6 Mio. auf CHF/CHW 3 865,8 Mio. gesteigert werden (+2,7%). Die übrigen Forderungen gegenüber Kunden nehmen um CHF/CHW 127,0 Mio. auf CHF/CHW 719,5 Mio. ab (-15,0%). Damit sinken die gesamten Kundenausleihungen um CHF/CHW 26,4 Mio. auf CHF/CHW 4 585,3 Mio. (-0,6%). Das Wachstum erfolgt unter Wahrung unserer vorsichtigen Kreditpolitik.

Die Verpflichtungen aus Kundeneinlagen reduzieren sich um CHF/CHW 181,3 Mio. auf CHF/CHW 3 756,9 Mio. (-4,6%).

Da die Kundenausleihungen mit CHF/CHW 26,4 Mio. weniger stark abnahmen als die Kundengelder mit CHF/CHW 181,3 Mio., reduziert sich die Refinanzierungsquote (Kundengelder in % der Kundenausleihungen). Per Ende 2018 sind die Kundenausleihungen zu 81,9% (Vorjahr 85,4%) mit Kundengeldern gedeckt. Als weitere wichtige Refinanzierungsquelle und zur Steuerung der Zinsänderungsrisiken dienen der Bank Pfandbriefdarlehen, welche im Berichtsjahr um CHF 10,0 Mio. zugenommen haben. Im Berichtsjahr wurden von der EFIAG – Emissions- und Finanz AG emittierte Anleihen im Umfang von CHF 39 Mio. gezeichnet.

Berichtsjahr Vorjahr
Kundengelder 3 756,9 Mio. 3 938,2 Mio.
Kundenausleihungen 4 585,3 Mio. 4 611,7 Mio.
Deckungsgrad im Kundengeschäft 81,9% 85,4%

Innovation und Projekte (Forschungs- und Entwicklungstätigkeit)

Konsequente Digitalisierung der Bank- und Kommunikationsangebote

Seit der Modernisierung der WIR Bank im November 2016 werden digitale Produkte und Dienstleistungen nicht nur lanciert, sondern auch kontinuierlich weiterentwickelt. Dabei steht der Kundennutzen stets im Zentrum.

Bestes Beispiel dafür ist das CRM («Customer Relationship Management»): Das in Zusammenarbeit mit der BSI Business Systems Integration AG entwickelte CRM-System wird konsequent ausgebaut, damit Kunden besser und vor allem individueller beraten und bedient werden können. Zudem wurde damit die Basis für Prozessverbesserungen und Automatisierungen gelegt. Das System unterstützt die Kundenbetreuer, das Marketing, aber auch rückgelagerte Teams wie Backoffice und Compliance in ihrer täglichen Arbeit. Das CRM ist so aufgebaut, dass es letztlich den Teilnehmern des WIR-Netzwerks helfen soll, mehr Geschäfte zu generieren, indem es die richtigen Empfehlungen betreffend potenzieller Kunden und Lieferanten vorschlägt. Ziel ist es, Neukunden zu gewinnen, das Netzwerk zu stärken und mittels automatisierter Prozesse die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. So sind auch die Anfragen von Mitbewerbern aus der Bankenbranche zu erklären, die sich – analog zum digitalen Kreditberatungstool – für unser Produkt interessieren.

Auch die eben erwähnte, zusammen mit der K&W Software AG entwickelte Plattform wurde 2018 konsequent erweitert und optimiert. Das Kreditberatungstool bildet den gesamten Kreditprozess von der Kundenberatung und Offertstellung bis zur Kreditabwicklung ab. So können sämtliche Kreditprodukte für Geschäfts- und Privatkunden berechnet und in Form eines Finanzierungsvorschlags zeitnah und konkret unterbreitet werden.

Seit Juni 2018 erleichtert die Zusammenarbeit mit Accounto digital die Buchhaltung: Unsere Kunden senden Belege, Quittungen und Lieferantenrechnungen elektronisch oder per Post an Accounto, wo mit Hilfe von neuster Technologie gescannt und verbucht wird – der KMU-Kunde zahlt Rechnungen mit einem Klick, die Buchhaltung ist immer à jour.

Bereits seit Mitte 2016 publiziert die WIR Bank auf dem «WIRblog» Geschichten und Hintergründe aus der Schweizer KMU-Welt, aus dem WIR-Netzwerk sowie rund um Finanz- und Wirtschaftsthemen. Seither nimmt die Plattform eine zentrale Rolle in der Content-Marketing-Strategie der Bank ein. 2018 wurde der Blog einer kompletten Modernisierung unterzogen: Eine schlichte Menüführung sorgt für eine einfache Orientierung, durch die neue Themenübersicht sowie eine performante Live-Suche sind die gewünschten Themen in Sekundenschnelle gefunden. Wichtiger Bestandteil des neuen bildstarken Konzepts mit farblichen Akzenten und dezenten Animationen ist insbesondere auch eine inhaltliche Schärfung.

Verbesserungen durch neue Releases auf dem «WIRmarket» und für die mobile Bezahl-App «WIRpay» sowie verstärkte Aktivitäten im Bereich Digital Marketing (Image, aber auch Neukundengewinnung) sind weitere Beispiele für die digitalisierte WIR-Welt

Nachhaltigkeit unserer Geschäftstätigkeit
Der Begriff Nachhaltigkeit steht für Verantwortung sowohl hinsichtlich wirtschaftlicher Faktoren als auch sozialer und ökologischer Aspekte. Uns ist es wichtig, in allen drei Bereichen einen Beitrag zu leisten. Wir sind als Genossenschaft nicht der Gewinnmaximierung verpflichtet, bieten faire Konditionen auf unseren Bankprodukten an, engagieren uns für Chancengleichheit und stellen sicher, dass unser Ressourcenverbrauch und die Auswirkungen auf die Umwelt möglichst gering sind. Wir verstehen unser Engagement nicht nur als eine unternehmerische Herausforderung, sondern auch als Beitrag zu einer zukunftsfähigen Entwicklung der Gesellschaft.


Aussergewöhnliche Ereignisse im Berichtsjahr

Die Bank verzeichnete im Berichtsjahr folgende aussergewöhnliche Ereignisse:

  • Starkes Wachstum der neuen Lösung im Bereich Vorsorge (VIAC)
  • Gestiegene geopolitische Risiken
  • Starke Binnenwirtschaft
  • Neues Kleinbankenregime der FINMA

Starkes Wachstum der neuen Lösung im Bereich Vorsorge (VIAC)
Die im November 2017 gestartete, komplett digitale Lösung für das Wertschriftensparen mittels Smartphone-App, kam im Markt sehr gut an und konnte 2018 erfreuliche Wachstumszahlen verzeichnen. Bis Ende Jahr wuchsen die VIAC-Vorsorgegelder auf nahezu CHF 90 Mio. an (CHF 51 Mio. in Wertschriften und CHF 38 Mio. in Cash). Im Vergleich zu Konkurrenzprodukten zeichnet sich die VIAC-Lösung durch eine schlanke, für den Kunden günstige Kostenstruktur aus.

Gestiegene geopolitische Risiken
Die US-Wirtschaft hat 2018 ein beeindruckendes Wachstum hingelegt, was die Währungshüter dazu veranlassen dürfte, weiter behutsam an der Zinsschraube zu drehen. Wenn da nur nicht die Unsicherheit über die Auswirkungen der Handelsstreitigkeiten mit China wären. Da zunehmend negative Effekte zu spüren sein dürften, gehen wir davon aus, dass die US-Wirtschaft 2019 an Schwung verlieren wird.

Auch die Eurozone zeigte 2018 ein solides Wachstum. Die Europäische Zentralbank hat ihr Anleihenkaufprogramm Ende 2018 beendet, erste Zinserhöhungen erwarten wir jedoch frühestens im Herbst 2019. Die grösste Unbekannte in Europa bleibt die Entwicklung auf der politischen Ebene, wo vor allem die fiskalpolitischen Manöver der italienischen Regierung und generell der Wählerzuwachs bei Polparteien in verschiedenen Ländern für Unsicherheit sorgen dürften.

Starke Binnenwirtschaft
Nach einer harten Phase der Anpassungen an ein durch Frankenstärke und die Nachwehen der Finanz- und Schuldenkrise geprägtes Umfeld scheinen viele Schweizer Unternehmen gestärkt aus den Krisenjahren hervorzugehen. Viele Unternehmen erwarten für 2019 eine Verbesserung des Geschäftsgangs. Die herausragende Flexibilität und Innovationskraft der Schweizer Unternehmen geben Anlass zur Zuversicht. Eine erneute Aufwertung des Schweizer Frankens wird von vielen Unternehmen als grösste Gefahr für 2019 gesehen.

Neues Kleinbankenregime der FINMA
Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) verstärkt die Risikoorientierung und Proportionalität ihrer Aufsicht. Im Juli 2018 begann die FINMA mit der Durchführung der Pilotphase zum geplanten Kleinbankenregime. Dieses steht kleinen Banken und Effektenhändlern der Aufsichtskategorien 4 und 5 offen, die deutlich überdurchschnittlich mit Kapital und Liquidität ausgestattet sind und keine sonstigen besonderen Risiken aufweisen. Die teilnehmenden Institute sollen von reduzierten Anforderungen hinsichtlich der regulatorischen Kennzahlen und Offenlegung als auch von weiteren Vereinfachungen in den Bereichen der operationellen Risiken, des Outsourcings und der Corporate Governance profitieren. Der Pilot soll bis mindestens Mitte 2019 dauern.

Die WIR Bank geht aktuell davon aus, am definitiven Kleinbankenregime, welches voraussichtlich im Jahr 2020 starten wird, teilnehmen zu können.

Ausblick (Zukunftsaussichten)

Gut die Hälfte der gesamten Erträge fliesst aus dem Zinsengeschäft. Das aktuelle Zinsumfeld sowie unsere Erwartung zu dessen Entwicklung lassen uns für die kommenden Jahre zum Ausbau der Erträge aus dem Zinsengeschäft ein moderates Wachstum unter Wahrung einer vorsichtig und nachhaltig ausgestalteten Kreditpolitik anstreben. Bezüglich der Erträge aus dem WIR-Geschäft, welche gut einen Viertel unserer gesamten Erträge ausmachen, wird aufgrund des tiefen Zinsumfeldes mit einer Stagnation gerechnet. Dabei haben und werden wir in diesem Bereich stark in Innovationen, die Weiterentwicklung des WIR-Systems sowie in eine moderne Infrastruktur investieren. Die damit anfallenden Kosten überprüfen wir auf ihre Wertschöpfung und optimieren dabei in weniger wertschöpfungsintensiven Bereichen die Kostensituation laufend. Die Erreichung unserer strategischen Ziele überwachen wir regelmässig mittels entsprechender Instrumente und nehmen wenn nötig Anpassungen an den darauf ausgerichteten Umsetzungsmassnahmen vor.