Geschäftsbericht 2025

Lagebericht

Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage des Unternehmens

Rahmenbedingungen

Wirtschaftliches Umfeld
2025 war durch eine erhebliche Volatilität des Schweizer Bruttoinlandsprodukts (BIP) geprägt. Nach dem überdurchschnittlich starken Wachstum im 1. Quartal (+0,8%) schwächte sich das Wachstum im 2. Quartal auf +0,2% ab und schrumpfte im 3. Quartal um -0,8%. Für das gesamte Jahr 2025 erwartet das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) ein BIP-Wachstum von ca. 1,3%. Das SECO erwartet für 2026 ebenfalls ein unterdurchschnittliches Wachstum von 1,1%. Damit würde die Schweizer Wirtschaft schwächer wachsen als im historischen Mittel (1,8%). Im Zuge der Erholung der Weltwirtschaft sollte sich das Wachstum im Jahr 2027 mit 1,7% normalisieren.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) lockerte die Geldpolitik im Jahr 2025 und senkte zweimal den SNB-Leitzins. Im März senkte sie den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 0,25%, im Juni um 0,25 Prozentpunkte auf 0%. Die über die letzten Quartale deutlich gelockerte Geldpolitik zeigte sich aufgrund des stetig abgenommenen Inflationsdrucks im Jahr 2025. Die Nationalbank wird die Lage weiter genau beobachten und die Geldpolitik, wenn nötig, anpassen, um sicherzustellen, dass die Inflation mittelfristig im Bereich der Preisstabilität bleibt. Die Inflationsprognose der SNB liegt im Jahresdurchschnitt bei 0,3% für das Jahr 2026, da der Inflationsdruck im Ausland ebenfalls graduell nachlassen und gleichzeitig das moderate Wachstum der Weltwirtschaft sich fortsetzen sollte. Weiter rechnet die SNB 2026 mit einem BIP-Wachstum von rund 1%.

Die Inflation in der Schweiz ist im letzten Jahr klar gesunken und erreichte Ende Jahr einen Wert von 0,2%. Die durchschnittliche Teuerung lag im Jahr 2025 ebenfalls bei 0,2% (Vorjahr 1,1%). Es wird davon ausgegangen, dass sich die Inflationsrate in der Schweiz bis Ende 2026 nicht gross verändern wird.

Risiken, die auch 2026 bestehen bleiben, sind neben den hohen Preisen für Wohnungsmieten und Energie die Preise für Wohnliegenschaften sowie der starke Franken. Dazu kommt die global weiterhin stark wachsende Verschuldung. Die Risiken von Korrekturen an den Finanzmärkten bleiben damit weiter gross und werden durch die geopolitischen Unsicherheiten (z.B. Krieg in der Ukraine) verstärkt.

Regulatorisches Umfeld
Die massgebenden regulatorischen Grundlagen im Bankengeschäft sind umfangreich und werden laufend angepasst. Der Regulierungsdruck ist deutlich spürbar und unverändert hoch. Er ist zu einem grossen Teil international getrieben und beeinflusst die Kostensituation der Schweizer Banken negativ. Im Berichtsjahr stand die Umsetzung von Basel III final im Zentrum. Auch für die nächsten Jahre zeichnet sich ab, dass wieder einige grössere regulatorische Herausforderungen auf die Banken zukommen werden (bereits bekannte Einführung der Einzelkrediterhebung, Anpassung der Szenarien für die Zinsrisikomessung und die Umsetzung des Rundschreibens Naturbezogene Finanzrisiken).

Geschäftsverlauf des Berichtsjahres
und wirtschaftliche Lage unserer Bank

Jahresabschluss per 31. Dezember 2025

Die Bilanzsumme ist um CHF/CHW 132,7 Mio. auf CHF 6 743 Mio. gewachsen (+2,0%). Die Ausleihungen an Kunden sind um CHF/CHW 93,9 Mio. (+1,7%) gestiegen. Die Kundengelder haben um CHF/CHW 101,4 Mio. zugenommen (+2,2%). Der Gewinn erhöhte sich auf CHF 17,7 Mio. (+1,4%). Der Generalversammlung vom 5. Juni 2026 wird eine Ausschüttung aus der Reserve aus steuerbefreiten Kapitaleinlagen in Form einer Wahldividende («Ausschüttung in Form von Beteiligungsscheinen» oder Barausschüttung) in der Höhe von CHF 11.00 (Vorjahr CHF 11.00) vorgeschlagen. Fraktionen werden bar ausbezahlt. Die Ausschüttung entspricht einer Dividendenrendite von 2,3% (auf Basis des Schlusskurses per 31. Dezember 2025). Die Ausschüttung auf den Anteilschein wird mit CHF 11.00 in bar vorgeschlagen.

Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft
Der Brutto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft konnte im Vergleich zum Vorjahr um 2,1% auf CHF 75,6 Mio. gesteigert werden. Die Bruttozinsmarge ist leicht auf 1,13% (Vorjahr 1,15%) gesunken. Der Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft liegt um CHF 3,1 Mio. (-4,0%) tiefer als im Vorjahr. Das Zinsengeschäft bildet damit seit jeher den weitaus bedeutendsten Ertragspfeiler der Bank.

Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft
Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft liegt mit CHF 23,5 Mio. stark über dem Vorjahresniveau (+22,8%). Der Anteil am Gesamterfolg beträgt 22,7% (Vorjahr 18,7%). Die grösste Position im Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft ist der Kommissionsertrag aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft mit CHF 12,4 Mio. (Vorjahr CHF 8,9 Mio.). Diese Erträge stammen insbesondere aus den Erträgen aus dem Vorsorgegeschäft aus der digitalen Vorsorgelösung VIAC. Der Kommissionsertrag aus dem Verrechnungsgeschäft bildet mit CHF 6,1 Mio. (Vorjahr CHF 5,8 Mio.) die zweitgrösste Position.

Erfolg aus dem Handelsgeschäft
Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft stammt teilweise aus dem Handel mit Wertschriften und teilweise aus Margenkomponenten aus dem Devisengeschäft. Im Handelsbestand in Wertschriften sind auch Fremdwährungspositionen enthalten. Im Jahr 2025 hat die Bank einen Gewinn von CHF 4,8 Mio. erwirtschaftet (Vorjahr 5,8 Mio.). Das Handelsgeschäft trägt 4,7% (Vorjahr 5,6%) zum Gesamterfolg bei.

Übriger ordentlicher Erfolg
Mit CHF 1,4 Mio. (Vorjahr CHF 0,6 Mio.) trägt der übrige ordentliche Erfolg 1,4% zum Gesamterfolg bei (Vorjahr 0,6%).

Personalaufwand
Die Entschädigung an die Mitarbeitenden ist mit CHF 36,8 Mio. nahezu auf Vorjahresniveau. Die Vorsorgebeiträge haben sich zum Vorjahr auf CHF 3.0 Mio. leicht erhöht (Vorjahr CHF 2,9 Mio.).

Sachaufwand
Der Sachaufwand beträgt CHF 33,0 Mio. und ist damit gegenüber dem Vorjahr um CHF 2,4 Mio. gestiegen (+7,8%). Gründe für den höheren Sachaufwand sind Investitionen in die Zukunft (Einführung des neuen Digital Banking, Investitionen in VIAC oder der Einsatz von Künstlicher Intelligenz für weitere Prozessoptimierungen).

Geschäftsaufwand im Budgetrahmen
Der gesamte Geschäftsaufwand (Personal- und Sachaufwand) liegt mit CHF 69,8 Mio. im Budgetrahmen und um CHF 2,4 Mio. über dem Vorjahreswert (+3,5%).

Ausserordentlicher Ertrag und Aufwand
Im Jahr 2025 gab es keine nennenswerten ausserordentlichen Erträge und Aufwände.

Veränderung Reserve für allgemeine Bankrisiken
Als Folge einer steuerlichen Praxisänderung können seit 2022 Reserven für allgemeine Bankrisiken unversteuert geäufnet werden.
Per Jahresmitte wurde CHF 1,0 Mio. Reserven für allgemeine Bankrisiken unversteuert gebildet. Per Jahresende konnten aufgrund des guten Ergebnisses zusätzlich CHF 8,6 Mio. Reserven für allgemeine Bankrisiken unversteuert gebildet werden, womit eine Erhöhung von CHF 9,6 Mio. für das Jahr 2025 resultiert.

Stabiler Jahresgewinn
Im Berichtsjahr wurden CHF 4,5 Mio. (Vorjahr CHF 3,9 Mio.) für die notwendigen Abschreibungen auf dem Anlagevermögen verwendet. Nach Verbuchung des Steueraufwandes von CHF 2,1 Mio. (-49,9%) kann ein Gewinn von CHF 17,7 Mio. (+1,4%) realisiert werden.

Die wesentlichen Kennzahlen werden wie folgt ausgewiesen:

Berichtsjahr Vorjahr
Zinsmarge 1,13% 1,15%
Return on Equity nach Steuern 2,81% 2,96%
Cost-Income-Ratio 66,3% 67,8%

Erstellung des Jahresabschlusses
Mittels eines bewährten internen Kontrollsystems stellen wir sicher, dass die Jahresrechnung unserer Bank vollständig und richtig dargestellt wird. Die vorliegende Jahresrechnung wurde am 20. März 2026 vom Verwaltungsrat genehmigt.

Obligationenrechtliche Revision
Die obligationenrechtliche Revisionsstelle Deloitte AG, Basel, hat nach Massgabe der entsprechenden Vorgaben am Sitz der Bank eine obligationenrechtliche Revision durchgeführt. Der Revisionsbericht enthält ein uneingeschränktes Prüfurteil im Normalwortlaut.

Aktuelle Situation in Bezug auf ausgewählte aufsichtsrechtliche Themen (Stand: 31. Dezember 2025)

Starke Eigenkapitalbasis
Das ausgewiesene Eigenkapital steigt unter Berücksichtigung der beantragten Gewinnverwendung auf CHF 638,9 Mio. (Vorjahr CHF 621,9 Mio. inkl. Abzug für eigene Kapitalanteile). Die anrechenbaren Eigenmittel stiegen auf CHF 643,9 Mio. (Vorjahr CHF 627,4 Mio.)

Die ungewichtete Leverage Ratio erreicht per Ende 2025 einen sehr guten Wert von 9,1% (Vorjahr: 9,0%) und übersteigt die derzeit geltende Mindestanforderung gemäss Kleinbankenregime von 8% deutlich.

Hohe Liquidität
Die Bank verfügt unverändert über eine hohe Liquidität. Die regulatorische Kennzahl LCR (Liquidity Coverage Ratio) wurde während des gesamten Berichtsjahrs deutlich übertroffen. Die LCR beträgt für das Jahr 2025 als gewichteter Durchschnittswert 159,8% (regulatorisches Erfordernis: 100%). Die Bank hält zur Sicherung der Liquidität qualitativ hochstehende liquide Mittel im Umfang von CHF 510,2 Mio. (als gewichteter Durchschnittswert).


Mitarbeitende

Anzahl Beschäftigte und Personalstruktur
Ende 2025 waren 254 Mitarbeitende (Vorjahr 260) angestellt. Dies entspricht teilzeitbereinigt 230,6 Vollzeitstellen (Vorjahr 236,5).

Die Personalstruktur setzte sich per Ende 2025 aus 105 Frauen (entspricht 41,3%, Vorjahr 41,5%) sowie 149 Männern (entspricht 58,7% Vorjahr 58,5%) zusammen. Das Durchschnittsalter betrug 42,2 Jahre (Vorjahr 42,0 Jahre). Die Durchschnittsbeschäftigung per Ende 2025 lag bei 90,8%.

Risikobeurteilung

Die Bank verfolgt eine nachhaltige und vorsichtige Risikopolitik. Sie achtet auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag und steuert die Risiken aktiv. Der Verwaltungsrat befasst sich laufend mit der Risikosituation des Instituts und hat ein Reglement erlassen, das sicherstellt, dass alle wesentlichen Risiken erfasst, begrenzt und überwacht werden. Ein umfassendes Reporting stellt sicher, dass sich Verwaltungsrat und Geschäftsleitung ein zeitgerechtes Bild der Risikolage der Bank machen können. Mindestens einmal jährlich nimmt der Verwaltungsrat eine Risikobeurteilung vor und überprüft die Angemessenheit der getroffenen Massnahmen.

Weitere Ausführungen zum Risikomanagement sind in den Erläuterungen enthalten.

Aktuelle Risikobeurteilung in Bezug auf die Hauptrisiken der Bank (Stand: 31. Dezember 2025)
Die Bank ist schwergewichtig im Bilanzgeschäft tätig. Die Hauptrisiken der Bank offenbaren sich somit vor allem im Kreditbereich und bei Zinsänderungsrisiken.

Die Bank gewährt Kredite hauptsächlich an kleine und mittlere Unternehmungen (KMU) sowie an Privatkunden. Diese Kredite werden üblicherweise auf der Basis von hypothekarischer Deckung vergeben. Dabei dienen vor allem Wohnliegenschaften als Sicherheiten. Ungedeckte Kredite werden in Ausnahmefällen vergeben, sofern es sich um solvente Unternehmungen oder öffentlich-rechtliche Körperschaften handelt.


Volumen im Kundengeschäft

Angaben zum Bilanzgeschäft
Die Bank ist zur Hauptsache im Bilanzgeschäft und in der WIR-Verrechnung tätig. Wir bieten neben den WIR-Dienstleistungen auch bankübliche Produkte an.

In einem weiterhin sehr kompetitiven Markt nahmen die Hypothekarforderungen um CHF/CHW 136,4 Mio. auf CHF/CHW 5 079,9 Mio. zu (+2,8%). Die übrigen Forderungen gegenüber Kunden nahmen um CHF/CHW 42,5 Mio. auf CHF/CHW 586,9 Mio. ab (-6,8%). Die gesamten Kundenausleihungen steigen um CHF/CHW 93,9 Mio. auf CHF/CHW 5 666,8 Mio. (+1,7%). Das Wachstum erfolgt unter Wahrung unserer vorsichtigen Kreditpolitik.

Die Verpflichtungen aus Kundeneinlagen stiegen um CHF/CHW 101,4 Mio. auf CHF/CHW 4 746,7 Mio. (+2,2%).

Da die Kundenausleihungen um CHF/CHW 93,9 Mio. und die Kundengelder um CHF/CHW 101,4 Mio. zunahmen, wirkte sich dies positiv auf den Kundendeckungsgrad (Kundengelder in % der Kundenausleihungen) aus. Die Kundenausleihungen sind zu 83,8% (Vorjahr 83,4%) mit Kundengeldern gedeckt. Als weitere wichtige Refinanzierungsquelle und zur Steuerung der Zinsänderungsrisiken dienen der Bank Pfandbriefdarlehen, deren Volumen sich im Berichtsjahr auf CHF 947,9 Mio. erhöht hat (+10,3%).

Berichtsjahr Vorjahr
Kundengelder 4 746,7 Mio. 4 645,4 Mio.
Kundenausleihungen 5 666,8 Mio. 5 572,9 Mio.
Deckungsgrad im Kundengeschäft 83,8% 83,4%

Forschungs- und Entwicklungstätigkeit

Die Bank WIR betreibt keine «Forschungstätigkeit» im engeren Sinn. Ihre «Entwicklungstätigkeit» beschränkt sich auf die Schaffung von Kontoprodukten sowie Instrumenten und Tools für die Beratung sowie verschiedene Digitalisierungsprojekte.


Nachhaltigkeit unserer Geschäftstätigkeit

Die Abkürzung ESG steht für «Environment» (Umwelt), «Social» (Soziales) und «Governance» (Unternehmensführung) – drei Verantwortungsbereiche, die in der Bank WIR künftig ein grösseres Gewicht haben werden. Im Fokus stehen dabei Transparenz und Nachhaltigkeit sowie Informationen, die über die Finanzberichterstattung des Unternehmens hinausgehen. Unsere Bank übernimmt Verantwortung, indem sie die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Aspekte ihres Geschäftsmodells den Anforderungen einer nachhaltigen Entwicklung anpasst.

Uns ist es wichtig, in allen drei Bereichen einen Beitrag zu leisten. Als Genossenschaft sind wir nicht der Gewinnmaximierung verpflichtet, bieten faire Konditionen auf unseren Bankprodukten an, engagieren uns für Chancengleichheit und stellen sicher, dass unser Ressourcenverbrauch und die Auswirkungen auf die Umwelt möglichst gering sind. Wir verstehen unser Engagement nicht nur als unternehmerische Herausforderung, sondern auch als Beitrag zu einer zukunftsfähigen Entwicklung der Gesellschaft.
Bei allem, was wir tun, legen wir Wert auf Transparenz. In diesem Zusammenhang sind auch unsere regelmässigen Teilnahmen an Nachhaltigkeitsumfragen unter Schweizer KMU – wie zum Beispiel von schweizeraktien.net – von Bedeutung. Die Bank WIR erreicht dabei nicht nur eine gute Platzierung, sondern vor allem einen sehr hohen Transparenzwert.

Unsere Anstrengungen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung im Detail:

Umwelt
Unsere neun Standorte in der Schweiz überprüfen wir regelmässig auf ihre Umweltverträglichkeit und ergreifen, wo möglich, entsprechende Optimierungsmassnahmen. So wurde ein Umzug der Filiale Bern vollzogen, deren neue Räumlichkeiten den aktuellen Umweltstandards entsprechen.

Ein gutes Beispiel für unser Engagement für Umwelt und Nachhaltigkeit ist unser energieeffizienter, Minergie-zertifizierter Hauptsitz in Basel. Wir sind überzeugt, dass nachhaltiges Bauen nicht nur ökologisch sinnvoll ist, sondern langfristig auch ökonomische Vorteile bringt.

Einen positiven Beitrag für die Umwelt leisten wir auch durch die konsequente Abfalltrennung. Diese wird vom Kanton regelmässig überprüft. So wird gewährleistet, dass wir die gesetzlichen Umweltauflagen erfüllen.

Natürliche Ressourcen schonen wir, indem wir bei unseren Kundinnen und Kunden vermehrt auf E-Dokumente setzen. Dies reduziert den Papierverbrauch deutlich und ermöglicht eine schnellere und effizientere Kommunikation. Bankintern minimieren wir zudem den Papierverbrauch und kaufen Recyclingpapier ein.

Zu unseren Nachhaltigkeitsbestrebungen gehört auch die Reduzierung unseres CO2-Fussabdrucks. An unserem Hauptsitz in Basel haben wir Ladestationen für Elektrofahrzeuge installiert, die sowohl von Kundinnen und Kunden als auch von Mitarbeitenden der Bank genutzt werden können. In unserem Fuhrpark setzen wir verstärkt auf Fahrzeuge mit Elektroantrieb. Damit fördern wir nicht nur eine umweltfreundliche Mobilität, sondern tragen auch dazu bei, den Verbrauch fossiler Brennstoffe zu minimieren und dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Nachhaltige Finanzierung
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Nachhaltigkeit im Immobilienbereich. Dabei orientieren wir uns an den Richtlinien der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg), wonach Hypothekaranbieter eine angemessene und regelmässige Weiterbildung ihrer Kundenberater bzw. Hypothekarspezialisten sicherstellen müssen. Ihr Ziel ist die langfristige Werterhaltung und Verbesserung der Energieeffizienz von Liegenschaften sowie die Finanzierung entsprechender Massnahmen. Die Umsetzung der ESG-Richtlinien erfolgt in Zusammenarbeit mit unserem externen Partner IAZI, einem in der Schweiz führenden Unternehmen für professionelle Immobilienbewertungen und entsprechende Ausbildungen. Die Ausbildung der involvierten Bankmitarbeitenden erfolgt laufend mit unserem Partner IAZI.

Im Vorjahr 2024 haben wir das bestehende Hypothekarportfolio von selbstbewohntem Wohneigentum sowie Renditeliegenschaften erstmalig durch unseren Partner IAZI auf Energieeffizienz analysieren lassen. Die Energieauswertung 2024 der Bank WIR untersucht den theoretischen Energiebedarf und CO2-Ausstoss des Hypothekarportfolios. Die Daten wurden durch Adressvalidierung und Anreicherung mit öffentlichen Quellen wie z.B. Heizungstyp, Energieträger oder die Energiebezugsfläche ergänzt. Der Energie- und CO2-Rechner von IAZI wurde verwendet, um den Energiebedarf und die CO2-Emissionen der durch die Bank finanzierten Eigenheime und Renditeobjekte zu schätzen.

Die durch die Bank WIR finanzierten Hypotheken zeigen eine im schweizweiten Vergleich eher ungewöhnliche Verteilung. Die Ergebnisse werden massgeblich durch die Kombination von Objektalter (Baujahr) sowie Heizungs- und Objekttyp beeinflusst. Weil die Bank WIR den Einstieg ins CHF-Geschäft erst vor knapp 25 Jahren vollzogen und seither das Hypothekargeschäft stetig ausgebaut hat, ist es wenig erstaunlich, dass die Bank tendenziell weniger Altbauliegenschaften finanziert hat, insbesondere im Bereich der Eigentumswohnungen. Auch bei den Mehrfamilienhäusern respektive den Renditeliegenschaften gehört zu unserem Kreditportfolio ein grösserer Bestand an Objekten mit meist jüngerem Baujahr oder neu renovierte Liegenschaften. Dies führt unter dem Strich zu einem vergleichsweise guten Energie-Rating.

Insgesamt bietet die Auswertung wertvolle Einblicke in die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit des Hypothekarportfolios der Bank WIR und zeigt die Potenziale für Verbesserungen auf. Die Analyse und die daraus resultierenden Erkenntnisse können als Grundlage für zukünftige Massnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen dienen.

Von Grund auf nachhaltig ist das KMU-Netzwerk mit eigener Komplementärwährung («WIR-System»), das die Bank WIR den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) seit 1934 anbietet. Das WIR-System fördert den Wirtschaftsstandort Schweiz, indem es sein Rückgrat, die KMU, unterstützt und Arbeitsplätze sichert: Aufträge und Geschäfte bleiben so in der Schweiz und die Abhängigkeit von ausländischen Märkten wird verringert.

Soziales
Unter sozialer Nachhaltigkeit und Diversität verstehen und leben wir ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis insbesondere auch in Führungspositionen. Wir sehen darin die Chance, das grosse Potenzial weiblicher Talente in unserem Unternehmen zu fördern und zu nutzen. Unser konsequentes Ziel ist eine gute Mischung aus erfahrenen Führungskräften und jungen Talenten. Dies erfordert nicht nur eine stete Überprüfung unserer Rekrutierungs- und Beförderungspraktiken, sondern auch die Schaffung eines Arbeitsumfelds, in dem Frauen die gleichen Chancen und Unterstützung erhalten wie ihre männlichen Kollegen. So sind nebst Melek Ates als Leiterin Privat- und Firmenkunden und Mitglied der Geschäftsleitung auch weitere wichtige Führungspositionen – auch in Teilzeitpensen – durch Frauen besetzt.

Unsere Arbeitsbedingungen sind ein zentrales Element unserer sozialen Verantwortung. Wir sind der festen Überzeugung, dass diese sowohl wirtschaftliche Stabilität und Sicherheit für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen als auch zu einem sozialverträglichen Arbeitsumfeld beitragen. Darüber hinaus sind wir stolz darauf, das Label «Fair Pay» zu tragen, welches für eine faire und transparente Vergütung steht. Darüber hinaus investieren wir gezielt in die berufliche Grundbildung, um die nächste Generation zu fördern und die Zukunft unseres Unternehmens zu sichern.

Jahresarbeitszeit und 40-Stunden-Woche ermöglichen den Mitarbeitenden einen hohen Grad an Freiheit und die Möglichkeit zur Gestaltung einer ausgeglichenen Work-Life-Balance. Dazu gehört auch die aktive Förderung der Teilzeitarbeit. Diese Flexibilität ist ein wichtiger Baustein unserer Unternehmenskultur, da die Mitarbeitenden so ihre beruflichen und persönlichen Verpflichtungen in Einklang bringen können.

Eine weitere Massnahme zur Förderung der Work-Life-Balance ist unser Homeoffice-Angebot. Unsere Mitarbeitenden haben die Möglichkeit, bis zu 50 Prozent ihrer Arbeitszeit im Homeoffice zu verbringen, was von 56,7 Prozent genutzt wird. Diese Flexibilität ermöglicht es ihnen, den Arbeitsalltag effizienter und nach ihren individuellen Bedürfnissen zu gestalten. Gleichzeitig trägt die Homeoffice-Regelung zur Reduzierung des Pendlerverkehrs bei und unterstützt so unser Engagement für die Umwelt.

Unsere Mitarbeitenden profitieren zudem von umfassenden Sozialleistungen. Dazu gehören eine grosszügige Pensionskasse, Vater- und Mutterschaftsurlaub sowie Weiterbildungsmöglichkeiten. Diese Massnahmen zielen darauf ab, die berufliche Entwicklung unserer Mitarbeitenden zu fördern und ihnen Sicherheit und Unterstützung in verschiedenen Lebensphasen zu bieten.

Die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Mitarbeitenden sind uns ein besonderes Anliegen. Denn unser Ziel ist es, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich unsere Mitarbeitenden wohlfühlen und ihre volle Leistungsfähigkeit entfalten können. So überwachen wir regelmässig die Luftqualität an unserem Hauptsitz. Dank ergonomischer Arbeitsplätze stellen wir sicher, dass unsere Mitarbeitenden in einer gesunden Umgebung arbeiten. Wir prüfen kontinuierlich die Arbeitszeiten, um bei zu hohen Belastungen rechtzeitig eingreifen zu können. Darüber hinaus bieten wir Grippeimpfungen und Präventionsmassnahmen an, um die Gesundheit unserer Mitarbeitenden aktiv zu unterstützen. Sportangebote und kulturelle Aktivitäten runden unser Engagement für eine ausgeglichene Work-Life-Balance ab.

Governance
Unsere «Governance» (Unternehmensführung) basiert auf nachhaltigem Wirtschaften, Transparenz und regionaler Wertschöpfung. Wir verstehen Governance als das Rückgrat unseres Unternehmens. Die Einhaltung von Regeln, Vorschriften und ethischen Grundsätzen sowie die Wahrnehmung unserer gesellschaftlichen Verantwortung sind die wichtigsten Eckpfeiler.

Ein zentrales Element unserer Governance ist die Verhinderung von Korruption und Bestechung. Wir setzen uns nachdrücklich für eine Unternehmenskultur ein, in der Bestechung und betrügerische Praktiken keinen Platz haben. Unsere Mitarbeitenden sind ermutigt, Bedenken hinsichtlich ethischen Fehlverhaltens zu melden. Solche Hinweise werden sehr ernst genommen. So schaffen wir ein Klima der Transparenz, das es uns ermöglicht, frühzeitig auf mögliche Verstösse zu reagieren.

Wir respektieren die grundlegenden Rechte und die Würde jedes Einzelnen, sei es in unserem Unternehmen oder in unserem Arbeitsumfeld.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Governance ist das Risiko- und Reputationsmanagement. Wir setzen auf Geschäftsmodelle basierend auf einer umsichtigen Risikopolitik, um die Stabilität und Integrität unseres Unternehmens zu gewährleisten und die Zukunft zu sichern.

Der Datenschutz ist ein weiteres wichtiges Thema in unserer Unternehmensführung. Wir schützen die Daten unserer Kundschaft und unserer Mitarbeitenden sorgfältig und halten uns strikt an die geltenden Datenschutzbestimmungen. Bei der Umsetzung der Cloudstrategie werden die geltenden Vorgaben des Datenschutzes nach einem branchenüblichen Standard berücksichtigt und eingehalten.

Grossen Wert legen wir auf unseren «Code of Conduct». Dieser Verhaltenskodex legt die ethischen Standards und Werte fest, die unser Unternehmen leiten. Er stellt sicher, dass sich unsere Mitarbeitenden an höchste moralische Grundsätze halten und unsere Unternehmenskultur aktiv mitgestalten. Darüber hinaus stärken wir regionale Strukturen und Arbeitsplätze durch unser WIR-System. Dieses fördert die lokale und regionale Wertschöpfung und trägt zur Stärkung der Wirtschaft in der Schweiz bei.

Aussergewöhnliche Ereignisse im Berichtsjahr

  • Einführung neues Digital Banking
  • Erfolgreicher Start VIAC Invest
  • Gründung EFIAG Covered Bond

Einführung neues Digital Banking
Um unseren Kunden ein flexibleres, zeitgemässes und sicheres e-Banking anbieten zu können, hat die Bank entschieden, ein neues e-Banking einzuführen. Bis zum 1. Quartal 2026 werden alle Kunden auf das neue Digitalbanking umgestellt. Das neue e-Banking hat die Bank zusammen mit den ca. 26 Banken im ESPRIT-Verbund realisiert.

Erfolgreicher Start VIAC Invest
Nach der seit langem am Markt erfolgreichen VIAC 2. + 3. Säule Lösung, konnte Ende 2024 mit der VIAC Invest das freie Wertschriftensparen am Markt lanciert werden. Nach dem 1. Jahr konnte VIAC Invest bereits AuM über fast 500 Mio. entgegennehmen.

Gründung EFIAG Covered Bond
Nach der Lancierung von ungesicherten Anleihen über die EFIAG AG, wurde Ende 2025 zusammen mit anderen Regionalbanken die EFIAG Covered Bond AG gegründet. Ziel dieser Neugründung ist die Herausgabe von Anleihen, welche mit hypothekarischen Sicherheiten gedeckt sind.


Ausblick (Zukunftsaussichten)

Rund drei Viertel der Erträge erwirtschaftet die Bank im Zinsengeschäft. Aufgrund des aktuellen Zinsumfelds sowie unserer Prognosen für die weitere Zinsentwicklung gehen wir von einem moderaten Wachstum der Zinserträge aus – stets basierend auf einer umsichtigen und nachhaltigen Kreditrisikopolitik. Als zusätzliches Mittel zur Diversifikation ist die Bank WIR strategische Partnerschaften eingegangen und ist auch in Zukunft gewillt, sich an Unternehmen zu beteiligen und die bestehenden Beteiligungen auszubauen, um den Kunden so einen Mehrwert und moderne Produkte anbieten zu können. Dabei weisen insbesondere die Erträge aus der digitalen Vorsorgelösung VIAC und zukünftig die Erträge aus dem freien Wertschriftensparen mit VIAC Invest eine hohe Bedeutung auf und werden der Bank voraussichtlich aufgrund der weiterhin anwachsenden «Assets under Management» substanzielle zusätzliche Erträge bringen. Aktuell steuern die Erträge aus VIAC (Kommissionsertrag aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft) rund 12% zu den gesamten Erträgen der Bank bei. Die anfallenden Kosten überprüfen wir auf ihre Wertschöpfung und optimieren dabei in weniger wertschöpfungsintensiven Bereichen die Kostensituation laufend. Die Erreichung unserer strategischen Ziele überwachen wir regelmässig mittels entsprechender Instrumente und nehmen, wenn nötig, Anpassungen an den darauf ausgerichteten Umsetzungsmassnahmen vor.

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